Gestern (14. Juno 2006) sollte die Bodenplatte (5,70 x 8,99 m) für unsere Garage gegossen werden. Ausführendes Unternehmen sollte ein kleiner Familienbetrieb aus der Region sein, welcher für uns auch einige andere Arbeiten im Gartenbereich (Natursteinmauer, Geländearbeiten usw.) durchführen sollte. Da es wegen Krankheit leider zu Verzögerungen kam, konnte ich am gestrigen Tag (heute bedaure ich das sehr) leider keinen Urlaub bekommen. Am späten Vormittag erhielt ich dann einen Anruf von der Baustelle, es habe leider Probleme gegeben. Der Betonlieferant habe leider nicht die bestellte Sorte Beton geliefert, sondern es sei fälschlicherweise kein Verzögerer dem Beton zugegeben worden, was bei Temperaturen von über 30 Grad aber unbedingt hätte erfolgen müssen. Darum habe man die Platte nach dem Einbringen leider nicht mehr wie gewünscht glattziehen können. Der Betonlieferant habe den Fehler aber eingestanden und man habe sich geeinigt, uns nach dem Mauern einen Estrich einzubringen, um die gewünschte glatte Oberfläche zu gewährleisten. Aus der Ferne (ich arbeite 125 km entfernt in der Nähe von Frankfurt und pendle täglich) gab es für mich da nicht viel zu zu sagen, wir einigten uns darauf, dies am Freitag noch einmal genau zu besprechen. Gegen 16:00 Uhr machte ich mich auf den Heimweg, welcher sich wegen vollkommen verstopfter Autobahnen zu einer reinen Landstrassentour mit dem entsprechenden Zeitbedarf (gute 2 Stunden) entwickelte.

Gegen 17:00 erhielt ich dann einen weiteren Anruf der Baufirma, in der mir mitgeteilt wurde, ich möge bitte keinen Schreck bekommen, aber die Probleme seien doch etwas größer und man würde am Freitag auf die Platte noch eine neue Schicht aufbringen müssen, da durch das schnelle Abbinden des Betons die Bewehrung nicht mehr richtig eingebracht hätte werden können und wegen der Rettungsversuche (meine Wortwahl) die Platte oberflächlich sehr gelitten habe.

Gegen 18:00 Uhr war ich zu Hause und wurde bereits kopfschüttelnd vom Nachbarn begrüßt. Nicht nur die Nachbarschaft, der ganze Ort (Irmgarteichen ist ein Stadtteil von Netphen im schönen Siegerland und bietet mit gut 900 Einwohnern eben echtes Dorfleben) hatte sich wohl vor Ort von den Versuchen, die Bodenplatte zu erstellen, persönlich überzeugt.

Um keine zu emotionalen Äußerungen zu verwenden, will ich versuchen, den Ablauf, wie ich ihn geschildert bekam, wiederzugeben:

08.17 Uhr    Mein erstes Telephonat mit Dennis K. (verantwortlicher Ansprechpartner der ausführenden Firma). (Ich bin bereits ab 7:00 Uhr an meiner Arbeitsstelle, darum sind persönliche Absprechen leider oft nur telephonisch machbar) Es sein alles gut vorbereitet, der Beton sein für 09:30 Uhr bestellt. Ich frage nach, warum denn auf dem Schotterbett keine Folie ausgelegt worden sei. Antwort: "Dies würde man eigentlich nie tun, es sei nicht zwangsweise erforderlich."

10:00 Uhr (mglw. auch erst 10:30 Uhr)   Der Beton kam an (2 Mischwagen, gleichzeitige Anlieferung und direkt nacheinander abgeladen) und wurde mittels Rutsche eingebracht. Zuerst wohl 7 m3 aus dem ersten und direkt im Anschluß weitere 5 m3 aus dem 2.ten Wagen. (Aussage Augenzeugen: In der Mitte war ein richtiger kleiner Hügel aus Beton. Es war mglw. auch zu viel Beton eingepumpt worden.) Die ersten 3 m konnten dann wohl verteilt und glattgezogen werden, dann wurde es aber schon fast unmöglich, den restlichen Beton noch händisch zu verteilen geschweige denn, die Bewehrung einzulegen und die Platte abzuziehen.

Dann wurde notgedrungen eine Pause von (geschätzten) 30 Minuten eingelegt, in der ein Radlader geholt wurde, mit dem wenigstens der Hügel noch geglättet werden sollte.Mit Hilfe des Radladers, mit dem man in den frischen Beton hineinfuhr (das ist wirklich kein Witz, wenn auch kaum nachvollziehbar), wurde aus dem oberen Bewehrungsgitter (Aussage Augenzeugen) ein echtes Design-Wellengitter machte, aber unter dem Strich außer ein unglaublichen Schweinerei und der Entnahme von (geschätzten) 2 m3 Beton, die dann inkl. der herausgezogenen Bewehrungslage aus dem vorderen Teil der Platte auf einen LKW verladen und abtransportiert wurden, auch  mehr gebracht hat.

Unterm Strich hat es alles (war´s zu viel Beton gleichzeitig, der fehlende Verzögerer bei über 30 Grad, der darum zu schnell abbindene Beton, die fehlende Folie und der daraus resultierende Wasserverlust in den Schotter oder mangelndes Know How? Wohl am ehesten eine Kombination aus allem) nicht mehr viel gebracht.

Und als ich dann zu Hause ankam, traf mich erst fast der Schlag und dann der versammelte Spott der Nachbarschaft. Das machte zwar nichts besser, aber sie haben ja auch einfach recht... Wer den Schaden hat, braucht für den Spott eben nicht zu sorgen...

So fand ich dann unsere Baustelle vor und so sehen die inzwischen gezogenen Kernbohrungen aus. Ich bin zwar kein Fachmann, aber nur 8 cm "echte" Betonstärke im Bereich der Bohrung 2 und nur wenig mehr am Bohrloch 1 sind wohl zu wenig. Da scheint auch die Vorbereitung der Platte nicht ganz korrekt gelaufen zu sein. In der kommenden Woche (ab 11.9.) werden die Bohrlinge im Baustofflabor unserer Uni geprüft. Bin mal gespannt ...

Fortsetzung folgt...

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Alles Weitere dann im Bau-Net Forum http://www.bau.de/forum/schaden/3678.htm ...